Zusammenfassung: Die wichtigsten Fakten auf einen Blick
- Termiten verursachen oft jahrelang unbemerkte Schäden an der Bausubstanz.
- Unterscheidung: Termiten haben gerade Fühler, Ameisen geknickte.
- Warnsignale: Schlammröhren an Wänden, hohl klingendes Holz und abgeworfene Flügel.
- Prävention: Vermeiden Sie Bodenkontakt von Holz und kontrollieren Sie Feuchtigkeit.
In meinen über 15 Jahren in der Schädlingsbekämpfung habe ich eines immer wieder erlebt: Hausbesitzer, die völlig schockiert sind, wenn sie das Ausmaß eines Termitenbefalls sehen. Termiten werden oft als „stille Zerstörer“ bezeichnet, und das aus gutem Grund. Sie fressen sich von innen nach außen durch das Holz, sodass die Oberfläche oft völlig intakt aussieht, während die Struktur bereits gefährlich geschwächt ist.
Das Aussehen: Ist es eine Ameise oder eine Termite?
Die häufigste Verwechslung findet zwischen fliegenden Ameisen und Termitenschwärmern statt. Als Experte achte ich auf drei anatomische Merkmale, die Sie kennen sollten:
1. Die Fühler
Termiten besitzen gerade, perlschnurartige Fühler. Ameisen hingegen haben deutlich geknickte („gekniete“) Antennen.
2. Die Taille
Termiten haben einen breiten Körper ohne sichtbare Einschnürung. Ameisen besitzen die typische, schmale „Wespentaille“.
3. Die Flügel
Wenn Sie einen Schwärmer finden: Termitenflügel sind alle vier gleich lang und deutlich länger als der Körper. Bei Ameisen sind die vorderen Flügel größer als die hinteren.
Verhalten und Biologie der Termiten
Wissenschaftlich gehören Termiten zur Ordnung der Blattodea (Schaben). Sie sind staatenbildende Insekten mit einem strengen Kastensystem:
- Arbeiter: Die hellen, fast weißlichen Insekten, die das Holz fressen. Sie verlassen das Nest selten und sind lichtscheu.
- Soldaten: Sie haben große, dunkle Kieferzangen zur Verteidigung des Staates.
- Königin und König: Zuständig für die massive Vermehrung.
- Schwärmer (Alaten): Dunkel gefärbte Termiten mit Flügeln, die zur Gründung neuer Kolonien ausschwärmen.
Die 4 sichersten Anzeichen für einen Befall
In der professionellen Praxis nutzen wir oft Wärmebildkameras oder Feuchtigkeitsmesser, aber als Hausbesitzer können Sie auf folgende Anzeichen achten:
Schlammröhren (Mud Tubes)
Subterrane Termiten (z. B. Reticulitermes) bauen dünne Gänge aus Erde und Speichel an Fundamenten oder Wänden. Diese dienen als geschützte „Autobahnen“, um vom feuchten Boden zu ihrer Nahrungsquelle (Ihrem Haus) zu gelangen.
Hohl klingendes Holz
Klopfen Sie mit einem Schraubendreher gegen Holzbalken oder Fußleisten. Wenn es dumpf oder hohl klingt, könnten die Termiten das Innere bereits verzehrt haben.
Abgeworfene Flügel
Nach dem Hochzeitsflug werfen die Schwärmer ihre Flügel ab. Wenn Sie kleine, silbrig-transparente Flügel auf Fensterbänken oder in Spinnweben finden, ist eine Kolonie ganz in der Nähe.
Termitenkot (Frass)
Trockenholztermiten hinterlassen kleine, sandkornartige Pellets, oft in Häufchen unter befallenem Holz. In Europa ist dies seltener als bei subterrane Arten, aber dennoch ein wichtiges Indiz.
Prävention nach IPM-Prinzipien
Integrated Pest Management (IPM) setzt auf Vorbeugung statt reiner Chemie:
- Beseitigen Sie jeglichen Kontakt von Holz zu Erde (z. B. bei Terrassen oder Brennholzlagern).
- Sorgen Sie für eine gute Belüftung in Kriechkellern und auf Dachböden.
- Reparieren Sie undichte Rohre sofort – Feuchtigkeit zieht Termiten magisch an.
Wann Sie einen Profi rufen sollten
Versuchen Sie niemals, einen massiven Termitenbefall mit Baumarktmitteln selbst zu bekämpfen. Termitenbekämpfung erfordert spezialisierte Ködersysteme oder Bodenbarrieren, die nach strengen Umweltauflagen (z. B. Biozidverordnung) angewendet werden müssen. Wenn Sie Schlammröhren finden oder strukturelle Schwächen im Holz bemerken, ist es Zeit für eine professionelle Inspektion. Sicherheit geht vor: Die statische Integrität Ihres Hauses steht auf dem Spiel.